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Reisetipps

für Österreich & Italien

#bleibdaheim. Abwechslungsreicher Urlaub in Wien. Ein Reisebericht.

Aug 20, 2020 9:34:00 AM / by Elisabeth Ernst

Letzte Woche hatte ich Besuch aus Tirol in Wien. Grund genug, auch ein paar Tage frei zu nehmen und gemeinsam auf Entdeckungsreise zu gehen. In diesem Blog-Post möchte ich gerne unser abwechslungsreiches, 4-tägiges Wienprogramm mit euch teilen.

Stephansdom by WienWerbung Dienstag später Nachmittag. Der Zug aus Innsbruck kommt in Wien Meidling an, wir treffen uns am Bahnhof Landstrasse-Wien Mitte, bringen das Gepäck in die Wohnung und los gehts. Nach 10-jähriger Wien-Abstinenz meines Besuchs stehen natürlich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten am Programm, um die ersten Wien-Photos nach Hause schicken zu können. Und so spazieren wir am MAK und am Stadtpark vorbei, die Wollzeile hinauf (oder sagt man hinunter?) bis wir schließlich zum Stephansdom kommen. Dieser wird fotografiert - einmal normal, einmal gespiegelt im Haas-Haus, und sogleich via Whats-App nach Hause Richtung Tirol geschickt. Unsere Route führt uns durch die Kärtner Strasse bis zur Oper, dort biegen wir ab und marschieren am Haus der Musik vorbei, bis wir schliesslich wieder einbiegen und am Franziskanerplatz landen. Dort lassen wir uns nieder und genießen in der Taverna La Norma richtig gute Pizza und einen weißen Sommerspritzer. Pizza muss sein, schliesslich sind wir beide Italienfans :). Unsere Berwertung: ausgezeichnet! Danach geht es noch durch die Rotenturmstrasse Richtung Donaukanal, wo wir  zusammen mit vielen anderen - aber doch mit Abstand - den Abend ausklingen lassen und Pläne schmieden, was denn in den nächsten paar Tagen so auf dem Programm stehen könnte.

 

Mittwoch. Die Sonne lacht und jeder Tag beginnt mit einem guten Frühstück. In Wien wird die Frühstückskultur groß geschrieben und so machen wir uns auf ins hippe Cafe Rochus, welches zu jeder Tageszeit mit österreichischer, aber auch anderwärtiger Küche neu interpretiert oder mit Cocktails, Tee, Kaffee, etc. aufwartet. Da wir viel vorhaben, entscheiden wir uns auch für das größte Frühstück auf der Karte: dem Rochus Frühstück für 2 mit Schinken, Salami, Käse, Aufstrich, Butter, weichem Ei, Kuchen, Müsli und Waffeln. Und einem Glas Sekt. Man gönnt sich ja sonst nichts :). Der Preis: EUR 26,-. Unsere Berwertung: sehr gut und sehr ausgiebig.

Leopold MuseumWir sind bereit für den Tag und so marschieren wir durch den Stadtpark - am Johann Strauss Denkmal und dem Kursalon vorbei - , den Ring entlang, an der Secession vorbei ins Museumsquartier und entscheiden uns dort für das Leopold Museum. Dort stehen Hundertwasser und Schiele sowie das Wien - inklusive Möbel - rund um 1900 am Programm. Prädikat: sehr sehenswert. Maske ist hier übrigens keine Pflicht, wird aber von den meisten freiwillig doch getragen.

Beladen mit vielen verschiedenen Eindrücken, lassen wir uns einige Minuten im Schatten eines Sonnenschirms auf einem der Enzos im MQ nieder, holen uns dann ein  Biosk Erfrischungsgetränk im BIOSK (empfehlenswert!) und googeln kurz mal nach, wo wir denn die Karten für unser Freitag-Abend-Programm bekommen könnten. Aufgrund von Corona sind viele öticket-Schalter (so auch jener im MQ) vorübergehend und bis auf weiteres nicht besetzt. Wir werden doch fündig - und zwar im 2. Stock der Libro-Filiale in der Mariahilfer Strasse. Zufrieden und mit unseren Tickets in der Tasche machen wir uns also auf den Rückweg in den 3. Bezirk: über den Maria-Theresien-Platz, durch den Burggarten, über den Stephansplatz und die Wollzeile.... und bald sind wir da und erfreuen uns an einem Raclette und Hugo auf Balkonien. Mit Parkblick und mitten in Wien. Abends geht es nochmals raus zu einer Verdauungsrunde - mit einem Eis vom Eissalon Massimo (meine Empfehlung: Gelber Pfirsich und Bitterschoko, aber auch Haselnuss und alle anderen Eissorten sind dort einfach nur sooo guuuut!) in der Hand, schlendern wir die Landstrasser Hauptstrasse hinunter, biegen in die Seitengassen ein und bewundern immer wieder die schönen Fassaden, die schmiedeeisernen Balkone oder die netten Gastwirtschaften. Auch kommen wir am Hundertwasserhaus in der Löwengasse vorbei und denken darüber nach, ob die Wohnungen im Inneren wohl auch so bunt und einzigartig sind?

 

Sitzsarg im Bestattungsmuseum Donnerstag. Nach einem gemütlichen Frühstück auf Balkonien machen wir uns mit der U3 und danach der Strassenbahn 71 auf zum Tor 2 des Wiener Zentralfriedhofs. Dort erkunden wir zunächst das wohl skurilste Museum von Wien: das  Bestattungsmuseum. Den größten Eindruck hinterließen wohl das Doktorsmesser (mit diesem stach man nochmal gründlich zu, um sicher zu gehen, dass der Tote auch wirklich tot ist und somit nicht lebendig begraben wird), die Hitparade der Trauerlieder am Zentralfriedhof (Time to say good bye, My Way, Ave Maria, oder das Fiakerlied rangieren auf den vorderen Plätzen), der Sitzsarg (nur eine Installation... der Künstler stellte sich eine Frau auf einem Photo in einem Sarg vor..... naja....) oder eines der neuesten Urnenmodelle (selbst zu bemalen mit mitgelieferten Acrylfarben). Auch der Gemeindesarg, der unten geoeffnet und fuer andere Gemeindebuerger wieder verwendet wird, ist ausgestellt.

Auch beeindrucken die Zahlen des Zentralfriedhofs: 80km Wegenetz, 35km Hecken, 300 000 Gräber und 15 000 Bäume auf einer Fläche von 2,5 km2. Insgesamt liegen hier bereits 3 000 000 Verstorbene begraben, 4000 kommen jährlich dazu. 4000 Gräber werden jedes Jahr aufgelassen. Etwa 30% der Wiener Bevölkerung lässt sich verbrennen. 

Mit diesen Infos - das Museum ist klein, skurril, aber auch spannend mit etwas Humor - drehen wir eine Runde auf dem Areal, welches von den Wienern auch als Naherholungsort und grüne, aber ruhige Laufoase gesehen wird. Wir besuchen die Gräber von Falco, Helmuth Zilk, Manfred Deix, Joe Zawinul oder Udo Jürgens... allesamt große Wiener und Österreicher. Den Abschluss dieses Ausflugs bildet ein Erdbeersmoothie im dortigen Cafe Oberlaa.

Etwas nachdenklich, aber doch frohen Mutes, nehmen wir die Strassenbahn 71 und fahren zurück ins Zentrum - vom Schwarzenbergplatz den Ring entlang bis zum Rathausplatz. Von dort aus gehen wir am Burgtheater vorbei, über die Freyung, bis wir  Museum der Illusionen schließlich in einem Museum der ganz anderen Art landen: dem Museum der  Illusionen. Sind diese Striche wirklich gleich lang? Wie bekomme ich aus all diesen verschiedenen Stücken eine Pyramide zusammen? Das Bild an der Wand bewegt sich mit uns mit! Ist nur der Boden schief oder doch auch die Wände und die Decken? Und wie war das mit der Größe? Fragen über Fragen, denen man spielerisch auf den Grund gehen kann und dabei lustige Photos schießen kann.

Unser eigentlicher Plan, gegen Abend noch mit der Straßenbahn D bis zur Endstation zu fahren und danach den Stadtwanderweg 1 zu den Heurigen in Nussdorf zu gehen, wurde leider von Starkregen durchkreuzt. Macht aber nix.

 

 

BackhenderlsalatEin   Ersatzprogramm war schnell gefunden und so kehrten wir in der Weissgerberstube, einem urigen Wirtshaus mit österreichischen Schmankerln, in der Sünnhof-Passage im 3. Bezirk ein. Unsere Bewertung: urig, sehr gutes Essen und nette, aufmerksame Bedienung.

 

 

 

Palmenhaus Freitag. An diesem Tag spannen wir den Bogen vom Imperialen Wien mit der großen,     weiten Welt. Somit zieht uns am Vormittag nach Schönbrunn - ohne Touristen.... wir wandern am Neptunbrunnen vorbei auf die Gloriette hinauf, um danach durch die weitläufige Schlossparkanlage Richtung Palmenhaus zu spazieren. 113m ist dieses Glashaus mit seinen 3 Klimazonen lang. Hier finden sich Pflanzen aus aller Herren Länder, wie zum Beispiel auch die Kakaopflanze.... Weniger nach meinem Geschmack sind die Schnecken, welche hier gezüchtet werden. Sie werden bis zu 27cm groß und 900gr schwer.... *brrr*.

Gleich gegenüber des Palmenhauses liegt das Wüstenhaus. Wie wenn es nicht schon heiß genug wäre.... Aber es ist allemal interessant und so sehen wir das nachgestellte Gangsystem des Nacktmulchs, Schlangen, Schildkröten und eine ganze Ansammlung verschiedener Kakteen. 

 

Ruestungen im Weltmuseum Nach diesem Ausflug in die Botanik und Tierwelt in den wärmeren Klimazonen, geht es zurück in die Stadt. Von der Sommerresidenz Schönbrunn direkt in die Hofburg - oder genauer gesagt ins Weltmuseum. Maske ist hier Pflicht. Voll motiviert starten wir im obersten Stock mit einer riiiiiiiesen Sammlung an Rüstungen, Schwertern, etc. Es geht weiter mit der Sammlung alter Musikinstrumente - für mich als Musikantin natürlich besonders interessant - um dann im Museum durch zahlreiche  Weltmuseum Räumlichkeiten tatsächlich um die ganze Welt zu reisen.... wir sehen Artifakte aus Südamerika, Afrika, und Asien, von den Indianern und Inuits. Nach mehreren Stunden empfinden wir einen dezenten Informations-Überschuss und kommen zum Schluss, dass die Vielfalt dieses Museums für mehrfache ausgiebige Besuche reichen würde. Denn es gibt vieles zu entdecken.

 

Photoausstellung Weltmuseum Wir schauen uns aber doch noch - quasi zum Drüberstreuen - die beiden temporären Photoausstellungen an. Eine zeigt Menschen aus verschiedenen Ecken dieser Welt und aus verschiedenen Religionen beim Beten. Die andere beschäftigt sich mit dem Abholzen des Urwalds und dem dortigen Leben. Beide sind definitiv sehenswert.

Theater im ParkUnseren Wissensdurst haben wir also gestillt und so freuen wir uns über eine selbstgekochte Pasta mit Thunfisch und Gemüse auf Balkonien und bereiten uns auf unser Abendprogramm, unseren Abschlussabend in Wien vor. Denn diesen verbringen wir beim Theater im Park, im Park des Palais Schwarzenberg, neben dem Belvedere. Auf der Bühne: der deutsche Kabarettist Torsten Sträter, der uns einen kurzweiligen, sehr lustigen Abendgenuss bereitet. 

 

Die Idee von Michael Niavarani, in diesen Zeiten eine Möglichkeit zu schaffen, einen Kabarettabend unter freinem Himmel zu verbringen, ist großartig. Die Umsetzung ebenso. Abstandmarkierungen und Desinfektionsspender sind vorhanden, Sitzplätze können zu zweit, dritt, oder viert gebucht werden. Zwischen der Gruppen steht ein Tischerl für die Getränke - und um den Abstand zu den anderen zu wahren. Getränke kann man auch bereits im Vorhinein bestellen. Diese werden dann vor Einlass direkt am Platz in einem Eiskübel bereit gestellt. Künstler: ebenfalls toll. 

 

Samstag früh. Nach einem Frühstück geht es für meinen Besuch wieder mit dem Zug Richtung Innsbruck - mit neuen Eindrücken und dem absoluten Wunsch, bald wieder zu kommen und mehr zu sehen :).

 

Für mich selbst war das Programm sehr abwechslungsreich. Denn Wien kann mehr als 'nur' Museen mit Bildern und nochmals Bildern. Und: die empfohlene Schrittzahl von 10.000 wurde jeden Tag weit übertroffen. Aber das sei nur ein Detail am Rande.....

 

Kommt nach Wien und lasst euch überraschen! Nachmachen gerne erwünscht! :)

Topics: #bleibdaheim

Elisabeth Ernst

Written by Elisabeth Ernst

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